Brandenburger Tor

Jeder kennt diese Bilder: Menschenmengen stehen auf der Berliner Mauer, umarmen sich und strahlen um die Wette! Mittendrin das wohl bekannteste Berliner Bauwerk und einzigartige Symbol der Deutschen Einheit und Freiheit: das Brandenburger Tor.

                       

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Hätte am 6. August 1791 Friedrich Wilhelm II. etwas von der Geschichtsträchtigkeit seines Tores geahnt, so wäre er der Einweihung sicherlich nicht ferngeblieben. Doch so verlief die erste Passage durch das von 1788 bis 1791 durch Carl Gotthard von Langhans fertig gestellte Stadttor vollkommen unspektakulär. Allerdings fehlte zu diesem Zeitpunkt noch die so genannte Quadriga. Sie wurde erst vier Jahre später, also 1793, oben auf dem Tor montiert. Dort blieb sie jedoch nur, bis Napoleons Truppen sie nach ihrem Einmarsch in Berlin im Oktober 1806 demontierten und auf dem Wasserwege nach Paris brachten. Erst acht Jahre später, im April 1814 wurde sie nach Berlin zurückbefördert und auf dem Brandenburger Tor aufgestellt, jetzt allerdings mit einer neuen Trophäe, dem eisernen Kreuz, gekrönt vom preußischen Adler.

Das Brandenburger Tor ist als Symbol deutscher Geschichte Zeuge der Aufständigen der Märzrevolution 1848, der ihre Siegeszüge feiernden Truppen Preußens, der SA zur Machtübernahme Hitlers 1933, der Zerstörung des Tores und der Quadriga in den letzten Kriegstagen 1945. Nach der Aufteilung Berlins in vier Sektoren trennen die Reste des Bauwerks den britischen und den sowjetischen Sektor, Ost und West.

Nach einigem Hin und Her entscheidet sich 1956 der Ostberliner Magistrat für den Wiederaufbau des Tores, die Westberliner Behörden bewilligen 1957 die Finanzierung zur Herstellung einer neuen Quadriga. 1958 wird die Restaurierung beendet. Nach dem Aufbau der Quadriga auf das Tor verschwindet diese jedoch schon in der ersten Nacht und kehrt erst drei Monate später wieder zurück, ohne Kreuz und Adler. Im August 1961 wird das Brandenburger Tor für fast 30 Jahre geschlossen, bis zur Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 bleibt es Sperrgebiet. Die Chance der Widervereinigung wird genutzt und das Tor als Grenzübergang geöffnet.

Die Mauer ist nun weg, das Tor geöffnet, alljährlich finden sich Millionen ein, um unter der Quadriga den Jahreswechsel zu feiern, auf der Loveparade zu grooven, bei Live8 mitzusingen und beim Tag für die Demokratie politisches Engagement zu zeigen.

Sollten Sie also einmal in Berlin sein, so nehmen Sie sich die Zeit, zusammen mit Touristen und Berlinern durch das Brandenburger Tor zu schlendern, dem Bauwerk Berlins, in dem sich die Höhen und Tiefen deutscher Geschichte widerspiegeln.