Funkturm und Fernsehturm

„Langer Lulatsch“ versus „Telespargel“ Im Berliner Munde bekannt als „Langer Lulatsch“ und „Telespargel“ sind auch der Funkturm und Fernsehturm zwei unbedingt zu besichtigende Attraktionen im Zentrum Berlins.

Berliner Funkturm

Bereits 1926 wurde der Berliner Funkturm, nach zweijähriger Bauzeit, im Rahmen der dritten großen deutschen Funkausstellung feierlich eröffnet. Heute steht er unter Denkmalschutz. Die dem Pariser Eifelturm optisch ähnliche Stahlkonstruktion wiegt 400 Tonnen, ist allerdings „nur“ 138 Meter hoch. Eine Besonderheit ist, dass er eine überaus kleine Grundfläche einnimmt. Denn während der Eiffelturm für seine 300 Meter Höhe eine Bodenfläche von 129 x 129 Meter benötigt, beträgt die Grundfläche des Funkturms nur 20 x 20 Meter.

Auf 52 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant und auf 125 Metern eine Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick über Berlin, vor allem den Grunewald und die westlichen Berliner Seen, bietet.

Am 22. März 1935 wurde vom Funkturm das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt ausgestrahlt. Heute dient der sogenannte „Lange Lulatsch“ hauptsächlich dem Polizei- und Mobilfunk, ist jedoch als eines der Wahrzeichen Berlins auch eine beliebte Sehenswürdigkeit für die Touristen der Stadt.

Nähere Informationen zu den Eintrittspreisen, Öffnungszeiten und Anfahrtsmöglichkeiten finden Sie unter diesem Link.

 

Berliner Fernsehturm

Der Fernsehturm ist dagegen mit seinen 368 Metern fast doppelt so hoch wie der Funkturm und damit das höchste Bauwerk Deutschlands. Gebaut wurde er zwischen 1965 und 1969 von den Architekten Fritz Dieter, Günter Franke und Werner Ahrend.

Als Pendant zum Funkturm galt dieses Bauwerk vor allem zu Zeiten der DDR als städtebauliches und politisches Symbol. Mit einer Aussicht über die Museumsinsel, Unter den Linden, Brandenburger Tor, Reichstag, Potsdamer Platz, Funkturm und den Kudamm markiert der Fernsehturm unübersehbar die Mitte Berlins, ist unglaublich weit sichtbar und repräsentativ. Er zählt jährlich bis zu eine Million Besucher, was auch den Veranstaltungsmöglichkeiten im Inneren der Kugel zu verdanken ist. In den insgesamt 6 Etagen wird geheiratet, gefeiert und manchmal sogar auch ein Theaterstück aufgeführt.

Die Kugel hat einen Durchmesser von 32 Metern und ist 4800 Tonnen schwer. Innen befindet sich ein Café, welches sich zwei Mal in der Stunde um die eigene Achse dreht. Ein Stockwerk tiefer gibt es einen Rundgang mit verglaster Außenwand, an der auch eine Informationsleiste mit Daten und Fakten zu den sichtbaren Gebäuden und Sehenswürdigkeiten befestigt ist.

Der Lift überwindet die 207 Meter bis zur Aussichtsplattform in nur 40 Sekunden, das entspricht einem Verhältnis von sechs Metern pro Sekunde.

Am Fuße befinden sich Ausstellungsräume, Cafés und Restaurants.

Über die Geschichte des Fernsehturms kursierten vor allem zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik verschiedene Gerüchte und Geschichten:

1. Das Kreuz

Wenn Sonnenstrahlen auf die Kugel des Fernsehturms treffen, erscheint dort eine Reflexion in Form eines Kreuzes. Dieses „erleuchtete“ Kreuz ist ausgerechnet in der DDR, die eine stark atheistische Grundeinstellung vertrat, an ihrem prestigeträchtigen Fernsehturm sichtbar gewesen. Stimmen aus dem Westen bezeichneten dieses Paradoxon damals als die „Rache des Papstes“.

Die Stasi hat anfänglich versucht das Kreuz mit Hilfe von Spiegeln wegzublenden, blieb jedoch ohne Erfolg. Später wurde das Kreuz zum Plus-Zeichen für den Sozialismus erklärt.

2. Telespargel

Dass der Fernsehturm wirklich Telespargel genannt wird, ist den Touristen wohl geläufiger als den Berlinern selbst. Dieser Name wurde von DDR-Offiziellen gewünscht, ließ sich jedoch - wie viele andere Spitznamen für Gebäude auch – nicht durchsetzen. Die Berliner nennen ihn weithin Fernsehturm oder auch einfach „Alex“, benannt nach dem Alexanderplatz auf dem er errichtet wurde.

3. Der Fußball

2006, pünktlich zur WM, wurde die Kugel als Fußball dekoriert. Auch noch nach der WM war dieser Fußball lange zu bestaunen. Das Entfernen des Klebers erwies sich als außerordentlich schwierig und somit hielt der Freudentaumel noch eine Zeit lang an.

Der Fernsehturm ist am besten über U- und S-Bahn an der Haltestelle Alexanderplatz zu erreichen. Gleichzeitig lässt sich der Besuch beim „Alex“ auch gut mit einer Rundfahrt mit den Buslinien 100 und 200 verbinden. Diese sind reguläre Linienbusse, fahren jedoch an sehr vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Der Vorteil: Ein einfaches, preisgünstiges Ticket oder Tagesticket lösen und bei interessanten Sehenswürdigkeiten jederzeit die Freiheit zu haben ein- und auszusteigen wann es einem beliebt. Allerdings bekommt man von dem Busfahrer keine zusätzlichen Informationen – also Reiseführer nicht vergessen!

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