Gendarmenmarkt

Die Geschichte des Platzes begann vor etwa 300 Jahren. Kurfürst Friedrich III., der sich selbst 1701 zum ersten preußischen König krönte, ließ die Friedrichstadt schachbrettartig ausbauen. Sein Sohn, Friedrich Wilhelm I., – besser bekannt als Soldatenkönig – legte wenig später rund um den Platz Kasernen und Hauptwachen für das preußische Kürassierregiment gens d´armes (frz. bewaffnete Männer) an. Auf dieses Regiment führt der Platz seinen Namen zurück, den er 1799 erhielt und – nach zweimaliger Umbenennung – seit 1989 wieder trägt.

Der Gendarmenmarkt wird als einer der schönsten Werke europäischer Architektur und Stadtbaukunst bezeichnet und gehört zu den traditionsreichsten Plätzen Deutschlands. Der Platz wird von drei großartigen Gebäuden eingerahmt, die ein geschlossenes Ensemble bilden. An der Nord- und Südseite erheben sich – als architektonisches Schwesternpaar – zwei Kirchen, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts eingeweiht wurden: Der Französische Dom, für die hugenottische Gemeinde erbaut und von ihr bis heute genutzt, beherbergt seit 1929 das Hugenottenmuseum. Wer den Gendarmenmarkt aus der Vogelperspektive beschauen möchte, sollte zur Aussichtsgalerie hinaufsteigen.

Im Deutsche Dom ist die Ausstellung „Fragen an die deutsche Geschichte – Wege zur parlamentarischen Demokratie“ untergebracht. Das Konzerthaus Berlins in der Platzmitte – ein Meisterwerk des preußischen Architekten Schinkel – diente ursprünglich als Schauspielhaus. Heute wird hier wieder der rote Teppich ausgerollt, wenn die großen Stars der Welt einen glanzvollen Abend geben. Im Sommer wird der Gendarmenmarkt selbst zur Bühne und lockte auch in diesem Jahr Liebhaber der klassischen Musik an.

Schließlich ist der Platz ein kulinarisches Zentrum der Stadt. Hinter schönen Fassaden klassischer Baudenkmäler siedelten sich Restaurants an, die mit ihren klangvollen Namen die Feinschmecker in die Mitte Berlins zurückholten.

Bei Sonnenschein und einem Kaffee läßt sich das historische Ambiente so richtig genießen. Und wer nicht stillsitzen kann – dem sei das Angebot der über 100 Museen empfohlen.