Hackesche Höfe

Die Hackeschen Höfe – ein Ort, der stete Neugier weckt

 

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Die Hackeschen Höfe sind Deutschlands größtes geschlossenes Hofareal. 1906/07 entstand der Komplex mit sieben Hinterhöfen als typische Berliner Mischnutzung von Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen. Während die beiden ersten Höfe vom Hackeschen Markt her vor allem als Standort für Gewerbe und Gastronomie genutzt wurden, orientierten sich die ruhigeren Wohnhöfe zur Sophienstraße. Der erste Hof wurde von August Endell entworfen und repräsentiert mit seinen restaurierten Fassaden aus glasierten Klinkern eines der schönsten Beispiele des Jugendstils in Berlin.

Endell übernahm auch die Gestaltung von zwei Festsälen, von denen der erhalten gebliebene „kleine Festsaal“ – das architektonische Kleinod der Hackeschen Höfe – nach aufwendiger Sanierung heute vom „Chamäleon Varieté“ genutzt wird.

In der DDR-Zeit wurden die Höfe jahrzehntelang vernachlässigt und zweckentfremdet. Der nach dem Krieg erhalten gebliebene reiche Stuck wurde zusammen mit den Giebelaufbauten 1961 entfernt. Die Mieter der Hackeschen Höfe konnten allerdings die Hoffassaden vor der Modernisierung retten und somit die Grundlage für die Renaissance der Hofanlage nach 1989 schaffen.

Seit ihrer Sanierung Mitte der neunziger Jahre gelten die Hackeschen Höfe als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Berlins. Die Höfe erlebten ein Comeback ihres ursprünglichen Konzeptes der Mischnutzung durch Kunst, Kultur, Wohnen, Gewerbe und Gastronomie.

Das Berliner „Chamäleon Varieté“ gehört sicher zu den kulturellen Höhepunkten der Hackeschen Höfe. Die dienstags bis sonntags mehrmals im Jahr wechselnde abendliche Varitéshow ist ein Publikumsmagnet. In der Mitternachtshow können jeden Freitag und Samstag Nachtschwärmer die Künstler in einem bunten wöchentlich wechselnden Spontanprogramm voller Überraschungen erleben.

Das „Hackesche Hof-Theater“ gilt als wichtige Berliner Adresse für Mimisches Theater und für jiddische Kultur am historischen Ort. Hier finden jährlich mehr als 150 Konzerte statt. Darüber hinaus hat die gesamte Berliner Pantomimen-Szene hier kontinuierlich ihre Premieren. Aber auch das „Hackesche Höfe Filmtheater“ lockt mit einer Vielzahl von ausgefallenen Produktionen, Dokumentarfilmen und Spezialprogrammen kultur- und filmhungrige Besucher an.

Als die Hackeschen Höfe 1906 entstanden, zählte Berlin zu den größten Modemetropolen weltweit. So hatten sich zwischen 1906 und 1912 zahlreiche Modefirmen in den Höfen angesiedelt. An diese Tradition knüpft heute beispielsweise das „Kostümhaus“ an: Die dort wirkenden Textildesigner präsentieren ihre Kollektionen auf namhaften Designer-Messen in Paris und Düsseldorf. Berliner Chic ist heute also wieder gefragt! Darüber hinaus komplettieren Galerien, Restaurants, Werkstätten und Läden die bunte Mischung. Zu großen Teilen werden die Häuser der Höfe auch als Wohnhäuser weiter genutzt. Ein spannendes Neben- und Miteinander aus Wohnen, Arbeiten und kulturellem Leben ist entstanden, das zum Anziehungspunkt für Besucher aus dem In- und Ausland, aber auch für Berliner geworden ist.

Die Hackeschen Höfe finden Sie an der Rosenthalerstraße 40/41 & Sophienstraße 6. Sie sind am besten mit der S-Bahn – Station „Hackescher Markt“ – erreichbar.

 

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