Stelenfeld Mahnmal

An der Friedrich-Ebert-Straße, in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor, wurde am 12. Mai 2005 das Denkmal für die ermordeten Juden Europas der Öffentlichkeit übergeben.

Nach kontroversen Diskussionen beschloss der Deutsche Bundestag am 25. Juni 1999, dass das so genannte Stelenfeld nach Plänen des New Yorker Architekten Peter Eisenman von der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ erbaut werden sollte. Die finanziellen Mittel stammten aus dem Bundeshaushalt sowie aus Spenden. Ergänzt wurde das Stelenfeld um einen unterirdisch angelegten „Ort der Information“, in dem sich ein Dokumentationszentrum befindet.

Das Stelenfeld hat eine Größe von zwei Fußballfeldern. Insgesamt 2.711 Stelen mit einer Höhe von 0,2 bis 4,7 Metern wurden in einem Abstand von etwas weniger als einem Meter zueinander aufgestellt.

Das Stelenfeld ist von allen Seiten frei zugänglich und den ganzen Tag geöffnet. Es ist wellenförmig angelegt, um laut Eisenman „ die Illusion von Ordnung und Sicherheit sowohl im inneren Achsensystem als auch im umgebenden Straßennetz“ zu zerstören. An der Seite des Stelenfeldes, die nur durch die Friedrich-Ebert-Straße vom Tiergarten getrennt wird, wurden Bäume an und teilweise auch in das Stelenfeld gepflanzt, um einen fließenden Übergang zum Tiergarten zu erreichen. Das Stelenfeld kann auch von Rollstuhlfahrern besichtigt werden. Dazu wurden einigekennzeichnete Wege im Stelenfeld angelegt, die nicht über welligen Boden verlaufen und nur geringe Steigungen aufweisen. Eine Interpretation der Bedeutung des Mahnmals will Eisenman bewusst jedem Besucher selbst überlassen: „In unserem Denkmal gibt es kein Ziel, kein Ende, keinen Weg hinein oder heraus. Die Zeit der Erfahrung des Individuums gewährt kein weiteres Verstehen, denn ein Verstehen ist nicht möglich. Die Zeit des Denkmals, seine Dauer von seinem oberen bis zu seinem unteren Ende, ist getrennt von der Zeit seiner Erfahrung.“

Eine Erfahrung, die viele Menschen nach dem Besuch des Mahnmals beschreiben, ist, dass sie in seinem Innern stehend eine Bedrückung wahrnehmen, die sowohl durch die Abschirmung von Geräuschen der umliegenden Baustellen und Straßen, als auch durch die Höhe der Stelen und die Größe des Stelenfeldes hervorgerufen wird: Im Stelenfeld fühlt sich mancher Besucher von der schieren Wucht der Steine erdrückt und isoliert.

Der „Ort der Information“ befindet sich direkt unter dem Stelenfeld und ist täglich geöffnet (außer am 1. Januar, 24. bis 26. und am 30. Dezember), allerdings nur von 10.00 bis 20.00 Uhr. Der Eintritt ist wie der zum Stelenfeld frei. Aufgrund des starken Besucherandrangs sollte man für den Besuch des unterirdischen Dokumentationszentrums jedoch eine Wartezeit einplanen.

Sollten Sie eine Fahrt nach Berlin planen, so kann ich nur empfehlen, die Besichtigung des Mahnmals mit in Ihr Programm aufzunehmen. Der Besuch des Mahnmals ist eine Erfahrung, die jeder Mensch selbst machen sollte, Erinnerung und Mahnung zugleich.

 

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