Tiergarten

Er macht die „Berliner Luft“ – der große Tiergarten

Was dem Londoner der Hyde Park und dem New Yorker der Central Park, ist dem Berliner sein Tiergarten, die grüne Lunge Berlins. Obwohl es ein wenig übertrieben klingt, einen Berliner Park mit den Parks der größten Städte Europas und der USA zu vergleichen, so ist doch eines sofort ersichtlich: Der Tiergarten ist für einen Stadtpark unmittelbar im Zentrum einer Millionenstadt ungewöhnlich groß und der stellenweise waldartige Charakter ist bemerkenswert.

Berlin ist keine Steinwüste. Unter Berücksichtigung der Wasser- und Freiflächen sind ca. 40% des Berliner Stadtgebiets unbebaut. Dazu trägt auch der Tiergarten bei: Ein Wegnetz mit einer Länge von 25 km zum Spazieren- und Gassigehen, Joggen und Radfahren, zahlreiche Liegewiesen zum Grillen und Entspannen und ein verzweigtes Seensystem zum Bootfahren bieten dem Berliner alles, was er als Hauptstadtbewohner benötigt.


Der Tiergarten diente jedoch nicht immer Volkes Erholung. Er war einmal kurfürstliches Wildgehege und der Adel bejagte hier Hirsche und Wildschweine. Kurfürst Friedrich III. wandelte den Wald um 1700 in einen Park um und legte quer durch den Tiergarten bis Charlottenburg die heutige Straße des 17. Juni als Verlängerung des Boulevards „Unter den Linden“ an.

Im bzw. am Rand des südlichen Tiergartens befindet sich der Zoologische Garten, das Kulturforum und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Im nördlichen Teil das Schloss Bellevue – Amtssitz des Bundespräsidenten – und am Ostrand im Spreebogen das Parlaments- und Regierungsviertel und das Haus der Kulturen der Welt

Und wer den Tiergarten dienstags oder donnerstags gegen 18.00 Uhr besucht, der hat gute Chancen, auf eine schwitzende Gruppe Bundestagsabgeordneter und -mitarbeiter zu treffen. Es handelt sich um die Laufgruppe der „Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag“. Sie sehen schon, wer Berlin kennen lernen will, der kommt am Tiergarten nicht vorbei!