Aus aktuellem Anlass

Zu der Sendung Maischberger am 12. Juli 2017.

Liebe Besucherinnen und Besucher meiner Homepage,

selten hat es nach einer Talkshow eine solche Resonanz gegeben wie nach der Sendung unter dem Titel „Gewalt in Hamburg – warum versagt der Staat?“ (Frage: Warum lautete der Titel nicht „Hat der Staat versagt?“ – dann wäre zunächst offen gewesen, ob der Staat überhaupt versagt hat – und genau darüber hätte man dann diskutieren können und auch diskutieren müssen). Aber haben nicht viel mehr diejenigen versagt, die unter einem politischen Vorwand, vermummt und mit beispielloser Energie und Brutalität schwere und schwerste Straftaten begangen haben? Und nicht zuletzt deren Hintermänner und Helfershelfer, die zwar allzeit bereit sind, den intellektuellen Überbau für die Randale zu liefern, aber sich natürlich niemals selber in die Gemetzel stürzen würden? Das überlässt man dann doch lieber den vermummten Chaoten. Darüber hätte man ja diskutieren können…

Nur ganz selten hat es so viel positive Resonanz gegeben! In den ersten 24 Stunden nach der Erstausstrahlung der Sendung haben mich knapp 100 SMS erreicht, Zustimmungsquote 100%, daneben kamen gut 600 Mails und Faxe, Zustimmungsquote etwa 95% – wobei die 5% Kritiker sicherlich einwenden werden, dass die 95 % die Sache falsch bewerten.
Leider ist es bei dieser gewaltigen Resonanz nicht möglich, individuell zu antworten – daher an dieser Stelle zu Ihrer Information einige Antworten auf die häufigsten Fragen:

1.) War mein Verlassen des Studios vielleicht eine kühl kalkulierte, ganz gezielte Aktion?

Hä? Woher hätte ich denn wissen sollen, dass Frau D. permanent dazwischen quasselt und mehr als einmal Herrn Lenders, den Kommissar aus Hamburg, übel angeht?

2.) Muss man sich in einer politischen Talkshows nicht geduldig (auch) die Argumente der anderen Seite anhören und diese auch aushalten?

Gute Frage! Diese wäre zunächst Frau D. zu stellen, die genau damit von Anfang an größte Probleme hatte! Ich habe zunächst mit größter Ruhe zugehört, auch wenn es mir schwer fällt, geduldig zu bleiben, wenn Opfer zu Tätern gemacht werden.

3.) Aber es ist doch Standard, dass in einer Talkshow auch mal dazwischen geredet wird oder ein flotter Spruch gemacht wird.

Richtig! Aber flotte Sprüche oder (kluge) Zwischenbemerkung haben nichts mit Pöbeleien gemein. Herrn Lenders mehr als einmal vor laufenden Kameras der Lüge zu bezichtigen ist nicht pfiffig, sondern völlig inakzeptabel.

4.) Warum bin ich nicht früher aufgestanden?

Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass es Frau Maischberger gelingen würde, Frau D. zur Einhaltung mitteleuropäischer Umgangsformen zu bewegen, aber diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt und irgendwann reicht es dann.

5.) Und wie ging es danach weiter?

Nix wie raus aus dem Studio, Verabschiedung von der Redaktion, rein ins Auto und ab nach Hause. Meine Frau hat sich sofort gewundert, dass ich schon so früh zu Hause war.

6.) Hat sich die Redaktion oder gar Frau Maischberger am nächsten Tag mal gemeldet?

Nein. Warum auch? Frau Maischberger hat ihr Bestes gegeben, aber leider hatten die Bemühungen bei Frau D. nicht die gewünschte Wirkung.

7.) Frau D. ist die Entschuldigung von Frau Maischberger nicht genug, diese soll sich jetzt auch noch dafür entschuldigen, dass Frau D. nicht mehr das Wort erhalten hat…

... was der Sendung bestimmt gut getan hat. Noch ne Entschuldigung? Was für ein mimosenhaftes Verhalten. Da hätte ich Frau D. aber doch mehr Souveränität zugetraut. Jedenfalls fand es ein Radiosender gut, dass sie trotz der Aufforderung von Frau Maischberger sitzen geblieben ist. Das wäre halt ein Sitzstreik im Studio und draußen wäre den Autos nichts passiert.

8.) Was war an der Argumentation von Frau D. so abwegig?

Wer Frau D. zugehört hat, musste schon mitten in der Sendung zu dem Schluss kommen: Alle Gewalt ging von der Polizei aus, natürlich völlig grundlos: Autonome und Schwarzer Block eigentlich handzahm, nur Polizei aggressiv. Fazit: ohne Polizei wäre alles ganz friedlich gewesen. Wieso dann 500 Polizeikräfte verletzt worden, zum Teil schwer, wieso das SEK zur Verhinderung von weiteren schweren Straftaten anrücken musste und wieso das Abfackeln von Kleinwagen, das Plündern eines Drogeriemarktes oder das Demolieren einer Buchhandlung zur Sicherung des Weltfriedens dringend notwendig sind, dazu wurde nichts gesagt. Der Argumentation von Frau D. folgend hätte es eigentlich ein Benefizkonzert für den Schwarzen Block geben müssen – und nicht für die Polizei.

9. Welchen Text hat die auszugsweise vorgelesene E-Mail des Polizeiführers insgesamt. Hier der vollständige Wortlaut:

Anlage 1

10. Gibt es tatsächlich auch linke Gewalt oder ist links und Gewalt ein Widerspruch in sich? Leider nicht!

Anlage 2

Mit besten Grüßen

Ihr Wolfgang Bosbach MdB