Die Legislaturperiode in Zahlen

Nach dem Ende der Legislaturperiode lohnt es sich, auf die vergangenen vier Jahre zurückzuschauen. Doch statt erneut die Krisenthemen in den Blickpunkt zu rücken, präsentiert p&k einen Rückblick in Zahlen, der einige Rekorde offenbart.

3245 Kleine Anfragen: Kleine Anfragen können von mindestens drei Abgeordneten an die Regierung gerichtet werden. Sie erfordern eine schriftliche Antwort und werden nicht im Plenum beraten.

111 Namentliche Abstimmungen: Eine namentliche Abstimmung kann von einer Fraktion oder fünf Prozent der Abgeordneten verlangt werden. Üblich ist ein solches Verfahren bei umstrittenen oder bedeutenden Entscheidungen. Die meisten gab es von 1994- 1998, nämlich 177.

63 Große Anfragen: Die meisten Großen Anfragen stellte die Grünen- Fraktion, nämlich 34. Solche Anfragen können nur Fraktionen oder 5 Prozent der Abgeordneten stellen. Die Antwort der Bundesregierung wird anschließend debattiert.

610 verabschiedete Gesetze im Bundestag: Mehr Gesetze wurden in keiner vorherigen Wahlperiode verabschiedet. Zum Vergleich: Platz zwei belegt die 13. Wahlperiode unter Schwarz-Gelb (1994 bis 1998) mit 566 Gesetzen.

2 ausländische Gastredner sprachen im Bundestag: Diese seltene Ehre wurde in den vergangenen vier Jahren nur dem ungarischen Literaturnobelpreisträger Imre Kertész und der tschechischen Schriftstellerin Lenka Reinerovà zuteil.

87 Nachnamen von Bundestagsabgeordneten beginnen mit dem Buchstaben "S": Von den zuletzt 611 Bundestagsabgeordneten hatten 87 einen Nachnamen der mit dem Buchstaben "S" beginnt, das waren 14,2 Prozent- und eine relative Mehrheit.

11.772 Personen hatten eine Jahresakkreditierung für den Bundestag: Jahresakkreditierungen werden sowohl an Journalisten vergeben als auch an registrierte Lobbyisten. Eine Akkreditierung ermöglicht den Zugang zu den Gebäuden des Bundestags.

3 Wechsel gab es im Kabinett unter Angela Merkel: Olaf Scholz löste Franz Müntefering (beide SPD) als Arbeitsminister ab, Karl-Theodor zu Guttenberg kam für Michael Glos (beide CSU) als Wirtschaftsminister, und Ilse Aigner wurde neue Landwirtschaftsministerin für Horst Seehofer (beide CSU).

2032 Pressemitteilungen verschickte die Pressestelle des Deutschen Bundestags bis Ende August: Im Durchschnitt veröffentlichte die Pressestelle des Bundestags damit eineinhalb Pressemitteilungen am Tag. Mit anderen Worten: Alle zwei Tage hatten Journalisten im Schnitt drei neue Pressemeldungen des Parlaments in ihrem E-Mail Postfach.

26.475 Seiten stenographische Berichte der Plenarsitzungen wurden angefertigt: Das ist ein neuer Rekord. Der Höchstwert lag bisher bei 25.633 Seiten in der 14. Wahlperiode unter der rot-grünen Bundesregierung.

29 ausgeschiedene Abgeordnete: Darunter waren Politgrößen wie Edmund Stoiber (8.11.2005), Gerhard Schröder (23.11.2005), Joschka Fischer (31.08.2006) und Horst Seehofer (5.11.2008). Die meisten ausgeschiedenen Abgeordneten hatte die CDU/CSU-Fraktion mit 15, die wenigsten die Linke mit einem.

2 Ordnungsrufe gab es in der 16. Wahlperiode: Die beiden Verwarnungen gab es für Klaus Ernst und Heike Hänsel (beide Die Linke). Noch nie gab es so wenige Ordnungsrufe. Der einsame Rekord für diese Disziplinarmaßnahme liegt bei 156 Ordnungsrufen in der 1. Wahlperiode.

52 Länder bereiste Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier: Dabei handelte es sich allerdings nur um offizielle Besuche. Arbeitsbesuche und Ministertreffen sind in der Zählung nicht enthalten.

16 Stunden und acht Minuten dauerte die längste Plenarsitzung: Diese Versammlung fand am 2. Juli statt und war die letzte reguläre Sitzung vor der Bundestagswahl. Zum Vergleich: Die längste Sitzung in der Bundestagsgeschichte begann am 24. November 1949 um 10.20 Uhr und endete am folgenden Tag um 6.23 Uhr, das sind 20 Stunden und 3 Minuten.

44 Länder besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel: Das betrifft allerdings nur offizielle Besuche und kleine Arbeitstreffen. Ozeanien und Australien sind die einzigen Erdteile, in denen die Kanzlerin in den vergangenen vier Jahren nicht gewesen ist.

2 Abgeordnete verstarben: Dagmar Schmidt (SPD) verstarb am 9.11.2005 und Johann-Heinrich Krummacher (CDU) am 25.2.2008. 

 

 

                                                                          Quelle: Politik&Kommunikation, Ausgabe Oktober 2009