Arbeitsmarkt setzt Aufwärtsentwicklung fort: Weniger Arbeitslose und mehr freie Stellen

Der hiesige Arbeitsmarkt folgte auch im April der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung und ließ aufgrund vermehrter Beschäftigungsaufnahmen die Arbeitslosigkeit erneut sinken. Auch der Kündigungstermin zum Quartalswechsel konnte diese Entwicklung nicht nachhaltig beeinträchtigen.

Steigende Auftragseingänge, steigende Umsätze und wachsende Gewinnerwartungen werden aus der Wirtschaft gemeldet. Diese Entwicklung belebt seit einigen Monaten auch den Arbeitsmarkt und führt zu deutlich vermehrten Beschäftigungsaufnahmen. Einstellungen erfolgen aber nach wie vor sehr häufig über Zeitarbeitsunternehmen.

Im April sank die Arbeitslosenzahl nach umfangreichen Arbeitslosmeldungen (4.674) und Abmeldungen (5.065) um 390 oder 1,6 Prozent auf 24.602 und lag damit um 3.160 oder 11,4 Prozent unter dem Vorjahresstand. Der Rückgang im April entsprach dem rechnerischen Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Der Abbau gegenüber Vorjahr blieb im Vergleich mit den Vormonaten März (-11,3 Prozent) und Februar (-11,5 Prozent) relativ konstant. 8.052 arbeitslose Männer und Frauen entfielen auf die Arbeitslosenversicherung, 351 oder 4,2 Prozent weniger als im vorigen Monat und 2.419 oder 23,1 Prozent weniger als im vorigen Jahr. Auf den Bereich der Grundsicherung der Jobcenter entfielen 16.550 Arbeitslose, 39 oder 0,2 Prozent weniger als im März und 741 oder 4,3 Prozent weniger als im April 2010. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung war deutlich schwächer ausgeprägt, weil hier nur 26,7 Prozent der abgemeldete Arbeitslosen in eine Erwerbstätigkeit einmündeten; im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren es 49,8 Prozent. Diese Entwicklung erfolgte in beiden Rechtskreisen weit überwiegend bei den Männern, denn der größere Arbeitskräftebedarf entsteht eher in der Männerdomäne der Produktion als in der Frauendomäne der Dienstleistung. Die Arbeitslosenquote sank von 7,6 Prozent im Vorjahr über 6,9 Prozent im Vormonat auf nunmehr 6,8 Prozent.

„Ich erwarte auch in den nächsten Monaten eine Fortsetzung dieser Entwicklung. Angesichts der Engpässe in einigen Berufen sollte es auch möglich sein, dass Alter, Geschlecht oder Migrationshintergrund immer weniger eine Hürde für die Einstellung darstellen. Es gibt Unternehmen, die ohne diese Vorbehalte einstellen. Sie haben geringere Probleme Fachkräfte zu gewinnen“, kommentiert Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit den aktuellen Arbeitsmarkt.

Obwohl im April mit 1.602 Arbeitslosmeldungen nach einer Beschäftigung im 1. Arbeitsmarkt der Umfang vom März überschritten wurde, konnten andererseits 1.656 Männer und Frauen eine Beschäftigung im 1. Arbeitsmarkt aufnehmen. Damit wird nach wie vor mehr eingestellt als entlassen. Mit dem Frühjahr konnten insbesondere in den Außenberufen neue Beschäftigungsverhältnisse begonnen werden, so z. B. im Landschafts- und Gartenbau, dem Baugewerbe und der Gastronomie.

Durch die hiesigen Betriebe und Verwaltungen wurden im April Vermittlungsaufträge für 1.233 Arbeitsstellen erteilt; dabei boten 1.134 Stellen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Zum Monatsabschluss wurden die Vermittlungsbemühungen für insgesamt 2.591 Arbeitsstellen fortgesetzt, 7,0 Prozent mehr als im Vormonat und 60,5 Prozent mehr als im April 2010. Aktuell gesucht werden insbesondere Kräfte für den Lager- und Transportbereich, Altenpfleger, Erzieherinnen, Elektroinstallateure, Zerspanungsmechaniker Drehtechnik mit CNC-Wissen, Helfer in der Kunststoffproduktion, Berufskraftfahrer und Köche. In einigen Berufen und je nach Standort stehen nicht genügend Arbeitskräfte für die jeweils gewünschten Anforderungen zur Verfügung. So hat sich z. B. beim Zerspanungsmechaniker Drehtechnik die Nachfrage innerhalb kürzester Zeit vervielfacht. Bei den Ausbildungsplatzbewerbern hat es dieser Beruf mittlerweile in die Top Ten der meistgenannten Berufswünsche der männlichen Bewerber geschafft.

Die Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit u. a. auch Teilnehmer/innen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sowie der beruflichen Weiterbildung, in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigte und geförderte Existenzgründer umfasst, addierte sich im April 2011 nach vorläufigen Berechnungen auf 30.866; dies waren 4.902 oder 13,7 Prozent weniger als im April 2010. Die Unterbeschäftigungsquote sank von 9,7 Prozent im Vorjahr über 8,6 Prozent im Vormonat auf nunmehr 8,4 Prozent.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis ging die Arbeitslosigkeit im April weiter zurück, jedoch konzentrierte sich auch hier die Entwicklung auf die Männer. Im Gegensatz dazu stieg im Bereich der Grundsicherung die Zahl der arbeitslosen Frauen. Nach 562 Arbeitsplatzverlusten im 1. Arbeitsmarkt und 585 Beschäftigungsaufnahmen sank im April die Arbeitslosenzahl um 81 oder 0,9 Prozent auf 8.936; dies waren 839 oder 8,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Hier werden auch die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen im Kreisgebiet erkennbar: Sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich ging die Arbeitslosigkeit deutlicher im durch Produktionsbranchen geprägten Nordkreis zurück als im durch Dienstleistungen geprägten Altkreis. Von den 8.936 Arbeitslosen entfielen 3.094 auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 5.842 auf die Grundsicherung. Die Arbeitslosenquote im Kreisgebiet betrug im April 6,4 Prozent nach 6,5 Prozent im März und 7,0 Prozent im Vorjahr.

Zum Monatsabschluss wurden für 924 freie Arbeitsstellen die Vermittlungsbemühungen fortgesetzt; 20 oder 2,2 Prozent mehr als vor vier Wochen und 265 oder 40,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gesucht werden vor allem Mitarbeiter/innen für Lager und Transport wie Kommissionierer und Helfer, außerdem Drogerieverkäufer, Erzieher, Bürokaufleute, Köche und Berufskraftfahrer.

 

Quelle:Bundesagentur für Arbeit