Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich fort - Stellenangebot weiter im Aufwind

Einerseits konnten wiederum zahlreiche Arbeitslose in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt einmünden, andererseits waren im Bereich der Grundsicherung teilweise stagnierende und teilweise steigende Zahlen zu vermelden.

Die im März 2011 weiter steigende Kräftenachfrage zeugt von den verbesserten Integrationschancen auf dem Arbeitsmarkt. Hiervon konnten aber überwiegend die Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung profitieren. Die meist längerfristig Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung konnten, an dieser positiven Entwicklung noch nicht in so großem Maße teilhaben.

Im Laufe des Monats März meldeten sich 4.358 Männer und Frauen arbeitslos, dabei hatten 1.394 ihre Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt verloren; dies waren 269 oder 16,2 Prozent weniger Arbeitsplatzverluste als im Vormonat. Im gleichen Zeitraum schieden 4.765 Personen aus der Arbeitslosigkeit aus, dabei konnten 1.567 eine Beschäftigung auf ersten Arbeitsmarkt aufnehmen; 119 oder 8,2 Prozent mehr als im Februar. In den zweiten Arbeitsmarkt mündeten noch 64 Arbeitslose aus der Grundsicherung ein und damit 286 seit Jahresbeginn; dies waren 417 oder 59,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit den 24.992 Arbeitslosen zum Monatsabschluss wurde der Stand vom Februar um 390 oder 1,5 Prozent unterschritten und der vom März 2010 um 3.181 oder 11,3 Prozent. 8.403 Arbeitslose beanspruchten Leistungen der Arbeitslosenversicherung und 16.589 Leistungen der Grundsicherung. Die Arbeitslosenquote liegt nunmehr bei 6,9 Prozent nach 7,0 Prozent im Februar und 7,7 Prozent im Vorjahr.

Trotz einer insgesamt positiven Entwicklung erfolgen in Teilbereichen der Wirtschaft mehr Freisetzungen als im vorigen Jahr; hierzu zählen aktuell der Handel und die Arbeitnehmerüberlassung, die aber andererseits auch einen erhöhten Einstellungsbedarf signalisieren. Diese Branchen weisen traditionell eine hohe Fluktuationsquote auf.

„Die Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt sind saisonüblich und setzen den positiven Trend der vorangegangenen Monate fort. Weitere Verbesserungen sind für die kommenden Monate zu erwarten. Die Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren baut sich erwartungsgemäß ab. Auch die Arbeitslosigkeit Älterer nimmt gegenüber 2010 nicht mehr so kräftig zu. In Verbindung mit dem erweiterten Ausbildungsstellenangebot zeigt sich die Region nach der Krise gut aufgestellt“, wertet Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, die aktuelle Entwicklung.

Die Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit u. a. auch Teilnehmer/innen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sowie der beruflichen Weiterbildung, in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigte und geförderte Existenzgründer umfasst, addierte sich im März 2011 nach vorläufigen Berechnungen auf 31.444; dies waren 5.017 oder 13,8 Prozent weniger als im März 2010.

Die Einstellungsbereitschaft der hiesigen Betriebe hat sich im März insgesamt weiter verbessert: Zum Abschluss des Monats wurden die Vermittlungsaktivitäten für 2.421 offene Arbeitsstellen fortgesetzt, darunter 2.286 für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung; dies waren 87 oder 3,7 Prozent mehr als im Februar und 840 oder 53,1 Prozent mehr als im März 2010. In den letzten vier Wochen hat insbesondere die Nachfrage nach Zerspanungsmechanikern zugelegt, ebenso wie für Köche, Bürofachkräfte, Kindergärtnerinnen und Friseure. Aktuell suchen die hiesigen Betriebe und Verwaltungen insbesondere Altenpflegekräfte, Elektroinstallateure, Versandkräfte, Erzieherinnen, Helfer im Lagerbereich, Krankenpflegekräfte, Schlosser, Kraftfahrer, Bürofachkräfte und Köche. 1.046 Arbeitsstellen oder 43,2 Prozent dieser Stellen stammen von Zeitarbeitsunternehmen.

Die Arbeitsmarktentwicklung im überwiegend durch Dienstleistungsbranchen geprägten Rheinisch-Bergischen Kreis verlief verhaltener als in den Nachbarregionen, in denen das verarbeitende Gewerbe strukturprägend ist. Nach 1.350 Arbeitslosmeldungen und 1.521 Abmeldungen sank die Arbeitslosenzahl im März um 170 oder 1,9 Prozent auf 9.017 und unterschritt den Vorjahresstand um 797 oder 8,1 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sank im Versicherungsbereich um 163 Personen gegenüber dem Februar, in der Grundsicherung blieb sie mit -7 nahezu unverändert. Gegensätzlich ist die Entwicklung bei den unterschiedlichen Altersgruppen: So geht die Arbeitslosigkeit der Berufsanfänger mit einer aktuellen Abnahmerate von -19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr immer deutlicher zurück, während gleichzeitig die Arbeitslosigkeit der Generation 50plus mit einer aktuellen Zuwachsrate von +4,3 Prozent immer noch höher ausfällt als im März 2010. Die Arbeitslosenquote für das Kreisgebiet sank von 7,0 Prozent im Vorjahr über 6,6 Prozent im Vormonat auf nunmehr 6,5 Prozent.

Nach dem umfangreichen Stellenzugang im Februar war die Entwicklung im März etwas verhaltener, jedoch liegt das aktuelle Stellenangebot im Kreis mit 904 noch offenen Arbeitsstellen um 225 oder 33,1 Prozent über dem vom März 2010. Die hiesigen Betriebe und Verwaltungen suchen insbesondere Versandkräfte, Erzieherinnen, Verkaufskräfte für Drogerien, Elektroinstallateure, Krankenpflegekräfte, Lagerpersonal, Bürofachkräfte und Verkaufskräfte im Lebens-/Nahrungsmittelhandwerk.

 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit